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Sektorenübergreifendes Case Management Ortenaukreis
Entwicklung eines Konzeptes für ein sektorenübergreifendes Case Management (SCM) für chronisch erkrankte und multimorbide Personen in patientenorientierten Gesundheitszentren im Ortenaukreis
Über das Projekt
Ziel des Projekts war die Entwicklung eines Konzepts, das chronisch erkrankten und multimorbiden Personen eine optimale, durchgängige gesundheitliche Versorgung ermöglicht. Im Sinne eines sektorenübergreifenden Ansatzes, wurden dabei alle relevanten Akteurinnen und Akteure der (primären) Gesundheitsversorgung beteiligt – zur Sicherung der kontinuierlichen Versorgung von Klientinnen und Klienten mit chronischen Erkrankungen über alle Krankheitsphasen hinweg. Zur Steuerung des Versorgungsprozesses werden Gesundheitslotsinnen und Gesundheitslotsen eingesetzt, die dem standardisierten Case Management Prozess folgen. Im Frühjahr 2022 wurde mit der praktischen Erprobung des Konzepts begonnen, die bis Ende 2024 fortgeführt wurde.
Umsetzung
- Befragungen im Rahmen einer Bedarfs- und Bestandsanalyse von
- Chronisch erkrankten und multimorbiden Personen
- Hausärztinnen und Hausärzten
- Fachärztinnen und Fachärzten
- Berufsverwandten Gruppen
- Entwicklung des Konzepts basierend auf den Ergebnissen der Bedarfs- und Bestandsanalyse
- Weiterentwicklung des Konzeptes auf der Grundlage eines Expertenhearings
- Praktische Erprobung und formative Evaluation sowie Anpassung des Konzeptes in Ettenheim
- Praktische Umsetzung und Evaluation (laufend)
- Einmalige Auskünfte zu vorhandenen Versorgungsangeboten
- Durchführung eines SCMs:
- Individuell abgestimmte Versorgung
- Patientenzentrierte Steuerung durch das System
- Identifikation passender weiterführender Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartnern und Versorgungsmöglichkeiten
- Förderung der sektorenübergreifenden Kommunikation
Potenziale
- Großes Übertragungspotenzial in andere Regionen vorbehaltlich regionaler Anpassungen
- Starke, bedarfsgerechte Orientierung an Klientinnen und Klienten
- Ganzheitliche Einbeziehung der gesundheitlichen Situation und Lebenssituation
- psychische, physische, soziale und örtliche Gegebenheiten
- Ressourcenorientierung und Förderung der Selbstständigkeit von Klientinnen und Klienten
- Enge Abstimmung mit anderen (Fach-)Ärztinnen und ‑Ärzten
- Umfassendes Wissen über bestehende Hilfsangebote in der Region
- Entlastung der Hausärzteschaft
Wer steckt dahinter?
Das Projekt wurde von der Kommunalen Gesundheitskonferenz des Ortenaukreises und dem Ortenau Klinikum initiiert. Es wurde bis Ende des Jahres 2022 unterstützt durch das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration aus Mitteln des Landes Baden-Württemberg und wurde nach der Förderperiode vom Landkreis bis Ende 2024 fortgeführt.
Projektergebnisse
Die Ergebnisse der Evaluation des Projektes von November 2023 bis April 2024 zeigen, dass das Konzept erfolgreich implementiert werden konnte. Es hat zu einer subjektiv wahrgenommenen Entlastung der Ärzteschaft sowie einer subjektiv wahrgenommenen Verbesserung der Versorgung von Klientinnen und Klienten geführt. Außerdem können vermeidbare Re-Hospitalisierungen durch eine strukturierte Inanspruchnahme notwendiger ambulanter, rehabilitativer und pflegerischer Leistungen reduziert werden und zur Verfügung stehende kommunale bzw. regionale Versorgungsangebote gezielt integriert werden.
Die Ergebnisse wurden im Juni 2024 dem Sozialausschuss des Ortenaukreises vorgestellt. Dieser hat beschlossen, das Projekt aufgrund einer fehlenden Finanzierung durch die Kostenträger zum 31.12.2024 zu beenden.
Zu den Projekten der Kommunalen Gesundheitskonferenz Ortenaukreis
www.ortenaukreis.de/Landkreis-Verwaltung/Gesundheit-Sicherheit-/Kommunale-Gesundheitskonferenz-/Projekte-/
Projektbericht
https://www.ortenaukreis.de/media/custom/3406_2898_1.PDF?1682672389
Projektflyer
Gesundheitslotsinnen und Gesundheitslotsen
Landratsamt Ortenaukreis Gesundheitsamt
Dr. Janine Feicke
Koordinierungsstelle Sektorenübergreifende Versorgung
Kommunale Gesundheitskonferenz Ortenaukreis
Gesundheitsamt Ortenaukreis
Leutkirchstraße 34b
77723 Gengenbach
Tel.: 0781 805 9725
E-Mail: janine.feicke@ortenaukreis.de